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Vision 4.0: Die Elbe als digitales Versuchsfeld

Die Bundesländer Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt wollen die Digitalisierung der Elbschifffahrt vorantreiben. Vertreter der Länder haben am 17. Mai eine gemeinsame Studie in Magdeburg vorgestellt. Sie soll als strategischer Leitfaden für zukunftsweisende Projekte dienen, die Umwelt und Infrastruktur entlasten, und gleichzeitig den wachsenden Anforderungen der Transport- und Logistikwirtschaft gerecht werden.

Es ist die Vision Elbe-4.0, die Vision von der Digitalisierung des Elbekorridors mit

  • voll optimierten und vernetzten  Leit-, Informations- und Logistiksystemen,
  • durchgängigen, transparenten, flexiblen und damit effizienteren Transportketten,
  • teilautonomer Binnenschifffahrt und
  • dem perfekten Zusammenspiel der Verkehrsträger -

unter Ausnutzung des volles Potentials der Infrastruktur, um Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu entlasten.

Wirklich nur eine Vision?

Bereits im Herbst 2015 haben sich die Verkehrsministerien Brandenburgs, Sachsen-Anhalts und Hamburgs geeinigt, durch den Einsatz modernster digitaler Informationstechnologien die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt im Elbkorridor deutlich zu erhöhen. Das Ziel: Mehr Ladung auf die Elbe. Jetzt liegt die erste umfassende Studie dazu, in Federführung des Verkehrsministeriums Sachsen-Anhalt, vor.

Analysiert werden die Transportketten einschließlich ihrer trimodalen Schnittstellen für Logistik, Handel und Industrie im Elbkorridor und ihre Verkehrsfunktion als „Hinterland-Hubs“, gerade für den Hamburger Hafen. Aufgezeigt werden Potentiale, aber auch Defizite. Das Verknüpfen der Informationssysteme von Binnenschiffern, Reedereien, Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörden, Spediteuren, der Bahn und den Häfen sowie die Bereitstellung nutzerdefinierter Entscheidungsdaten auf einer digitalen Plattform  bildet hier ein wesentliches Handlungsfeld von „Elbe 4.0“. Der Hamburger Hafen liefert hier - als Ausgangs- und Endpunkt von Transportketten in das Hafenhinterland – unter anderem mit seinem Pilotprojekt „Hamburg Vessel Coordination Center“ (HVCC) wichtige Impulse.

Warum die Elbe?

Mit dem Anfang 2017 durch Bund und Länder verabschiedeten Gesamtkonzept Elbe ist der Rahmen definiert, um den Fluss weiter als Verkehrsweg und gleichzeitig als Naturraum zu erhalten. Diese Bundeswasserstraße, als wichtige Hinterland-Anbindung der deutschen Seehäfen, gehört zum Kern des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (Korridor Orient/East Med) und ist dort sogar als „highly important“ (äußerst wichtig) eingestuft. Der multimodale Elbkorridor ist mit seinen logistischen Schnittstellen (Häfen, KV-Terminals) und dem Schienengüterverkehr transporttechnisch hervorragend aufgestellt. Mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen – unter anderem Ressourcenknappheit, Klimaschutz bei hohem Güterverkehrsaufkommen – kommt es nun auf das ideale Zusammenspiel der Verkehrsträger an. Hier bietet der Elbkorridor mit der Elbe noch genug Raum als digitales Versuchsfeld, um praxisrelevante Informationen zu sammeln und einen Beitrag zur Digitalisierung der Binnenschifffahrt zu leisten. Eine besondere Herausforderung bilden dabei die schwankenden Wasserstände und Tauchtiefen. Aber gerade das ist auch ein Grund, um alle Daten digital zu vernetzen.

Letzten Endes soll das länderübergreifende Projekt „Elbe 4.0“, eine Initialzündung sein, um Binnenschifffahrt und Schienengüterverkehr im Elbkorridor zur durchgreifend marktfähigen Alternative beim Transport von großen Mengen auf mittleren und langen Strecken zu profilieren. Erst durch ein Miteinander der drei Verkehrsträger wird eine Transportkette möglich, die  flexibel auf externe Einflüsse reagieren kann. Die Elbe wird also digitales Versuchsfeld.