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Digitalisierung des Elbkorridors – Elbe 4.0

Die Bundesländer Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt wollen die Digitalisierung der Elbschifffahrt vorantreiben. Gemeinsam haben Vertreter der Länder am 17. Mai 2017 die Studie "Digitalisierung des Elbkorridors - Elbe 4.0" in Magdeburg vorgestellt. Die Studie soll als strategischer Leitfaden für zukunftsweisende Projekte dienen, die Umwelt und Infrastruktur entlasten und gleichzeitig den wachsenden Anforderungen der Transport- und Logistikwirtschaft gerecht werden.

Binnenschifffahrt auf Augenhöhe bringen

Tatsächlich setzen Binnenschiffer noch immer überwiegend auf Papier, Mobiltelefon und Funkgerät, statt vernetzte Computer zu nutzen. Damit sind sie im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens kaum eine echte Konkurrenz für Lkw-Transporte. Die Studie verdeutlicht zahlreiche Wettbewerbsnachteile der Elbschifffahrt gegenüber dem Landtransport. Zeitgleich zeigt sie dennoch Möglichkeiten, wie mehr Ladung auf den Fluss verlagert werden könnte. Das Ziel sei es, sagte der sachsen-anhaltische Verkehrsstaatssekretär Dr. Sebastian Putz bei der Vorstellung der Studie, "den Verkehrsträger Binnenschifffahrt auf Augenhöhe zu bringen".

Im Zuge der Studie wurden von den Gutachtern in einem umfangreichen Verfahren übergeordnete Digitalisierungstrends und deren Relevanz für die Elbschifffahrt analysiert, Best-Practice-Ansätze im Umfeld anderer Infrastrukturen und Verkehrsträger evaluiert und hierauf aufbauend konkrete Aktionsfelder definiert. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für die weitere Systematisierung der Ergebnisse in das Gesamtkonzept Elbe bilden, welches als übergeordneter strategischer Handlungsrahmen zu verstehen ist.

Gesamtkonzept Elbe

Mit dem Gesamtkonzept Elbe haben Bund und Länder einen Rahmen definiert, um den Fluss weiter als Verkehrsweg und gleichzeitig als Naturraum zu erhalten. Der Elbkorridor ist mit seinen multimodalen Häfen transporttechnisch hervorragend aufgestellt. Mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen - unter anderem Ressourcenknappheit, Klimaschutz bei hohem Güterverkehrsaufkommen - kommt es nun auf das ideale Zusammenspiel der Verkehrsträger an. Hier bietet der Elbkorridor Raum als digitales Versuchsfeld, um praxisrelevante Informationen zu sammeln und einen Beitrag zur Digitalisierung der Binnenschifffahrt zu leisten. Eine besondere Herausforderung bilden dabei die schwankenden Wasserstände und Tauchtiefen.

Letzten Endes soll das länderübergreifende Projekt "Elbe 4.0", eine Initialzündung sein, um Binnenschifffahrt und Schienengüterverkehr im Elbkorridor zur durchgreifend marktfähigen Alternative beim Transport von großen Mengen auf mittleren und langen Strecken zu profilieren. Erst durch ein Miteinander der Verkehrsträger wird eine Transportkette möglich, die flexibel auf externe Einflüsse reagieren kann.

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