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ChemMultimodal

ChemMultimodal war ein Programm zur Förderung des multimodalen Transports von chemischen Gütern. Das INTERREG VB-Projekt koordinierte und erleichterte die Zusammenarbeit zwischen chemischer Industrie, Logistikdienstleistern und Behörden in Mitteleuropa.

Hintergrund und Ziele des Projektes

Die chemische Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftssektor in Mitteleuropa mit 117 Milliarden Euro Umsatz und 340.000 Beschäftigten. Die Zentren der Produktion sind im Süden Sachsen-Anhalts angesiedelt und bilden das Herz des mitteldeutschen Chemiedreiecks. Die Stärken der chemischen und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Sachsen-Anhalt lassen sich auf die hohen Investitionen, den daraus resultierenden hohen Erneuerungsgrad der Anlagen, die sehr gute Qualifikation der Mitarbeiter und effektive Organisationsformen zurückführen, wie sie zum Beispiel in den Chemieparks gefunden werden. Spitzenreiter ist die Chemieindustrie auch beim Export. Sie sorgt für mehr als ein Fünftel des Auslandsumsatzes der sachsen-anhaltischen Industrie insgesamt, wobei derzeit der Großteil der dazugehörigen Gütertransporte auf LKW abgewickelt wird.

Das Hauptziel des Projektes ChemMultimodal ist die Förderung von multimodalem Transport von chemischen Gütern durch Koordination und Erleichterung der Kooperation zwischen Unternehmen der chemischen Industrie, spezialisierten Logistikdienstleistern, Logistikterminalbetreiber und Behörden in Regionen mit chemischer Industrie in Mitteleuropa. Dabei sollen folgende spezifische Ziele erfüllt werden:

  • Verbesserung der Nachhaltigkeit der Chemielogistik
  • Erhöhung des Multimodalen Transports von Chemiegütern
  • Unterstützung der Kooperation der multimodalen Stakeholder

Aktivitäten in Sachsen-Anhalt

Im Projekt ChemMultimodal arbeiteten von Juni 2016 bis Mai 2019 zur Umsetzung dieser Ziele Vertreter aus Politik, Chemieindustrie und Forschung aus sieben Ländern zusammen, um Chemiegüter von der Straße auf Intermodalverkehre zu verlagern. Ein Stützpfeiler hierfür war in Sachsen-Anhalt eine Veranstaltungsreihe, die einen Erfahrungsaustausch zur Stärkung des Multimodalen Verkehrs in der Chemieindustrie geboten hat. Sie hat sich zu einer Kommunikations- und Kooperationsplattform entwickelt, auf welcher die Anforderungen an multimodale Chemietransporte und mögliche Transportwege intensiv diskutiert werden konnten. Zusätzlich wurden zahlreiche bilaterale Gespräche mit interessierten Unternehmen geführt, um deren konkrete Situationen und speziellen Anforderungen an die Transportkette zu diskutieren. Mit Hilfe verschiedener Planungsinstrumente wurde gemeinsam nach möglichen multimodalen Verbindungen gesucht – und auch gefunden.

In Sachsen-Anhalt konnten in vier von acht untersuchten Unternehmen sieben potenzielle Verbindungen zur Verkehrsverlagerung identifiziert werden. Das wären bei einer möglichen Verlagerung von 55.800 Tonnen im Jahr zirka 1.400 LKW weniger auf den Straßen.

Während der Laufzeit des Projekts wurde deutlich, wie viel Unterstützung Unternehmen und Logistikdienstleister bei der Kommunikation benötigen und wie viel Potenzial für Verkehrsverlagerungen bislang noch ungenutzt ist. Daher arbeiten die beteiligten Partner auch nach dem Ende des Projekts weiter zusammen. In regionalen Aktionsplänen wurden konkrete Aktivitäten definiert, um den multimodalen Transport von Chemiegütern auch in Zukunft zu fördern. Verantwortung für die Koordination übernehmen die regionalen Chemiecluster oder Chemieverbände. In Sachsen-Anhalt wird das Kompetenznetzwerk Chemie+ die Arbeiten fortführen. Nach dem erfolgreichen Muster der Pilotprojekte sollen auch in Zukunft regionale Workshops und individuelle Beratungen stattfinden.

Projektdaten

Projektlaufzeit: Juni 2016 bis Mai 2019
Finanzvolumen: 2,39 Mio. EUR
davon EFRE: 1,95 Mio. EUR

Lead-Partner

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt

Weitere Partner aus Sachsen-Anhalt

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
isw - Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung, Halle/Saale

Weitere Projektpartner

Österreich
FH Oberösterreich / Logistikum
Kunststoff Cluster Oberösterreich

Ungarn
IFKA Ungarn

Italien
Provinz Novara
Sviluppo Chimica (Chemieverband Italien)

Slowakei
Verband der Chemischen und Pharmazeutischen Industrie der Slowakei

Tschechien
Region Usti
Tschechischer Verband der Chemischen Industrie SCHP

Polen
Polnischer Verband der Chemischen Industrie
Warsaw School of Economics

Ansprechpartner

Nadine Doden

Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr

des Landes Sachsen-Anhalt

 

Turmschanzenstraße 30

39114 Magdeburg

 

Tel.: +49 391 567 7550

Fax: +49 391 567 7558

E-Mail: nadine.doden(at)mlv.sachsen-anhalt.de