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Radschnellweg Halle - Leipzig

Mit dem Radschnellweg Halle - Leipzig wollen die beteiligten Partner - in Verbindung mit dem vorhandenen S-Bahn-Netz - eine innovative und umweltfreundliche Alternative zum individuellen Kfz-Pendlerverkehr in der Region etablieren.

Das Leuchtturm-Vorhaben besitzt das Potenzial, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, die Straßen vom Pendlerverkehr zu entlasten und gleichzeitig ein starkes Zeichen für das länderübergreifende Zusammenwachsen der Region zu setzen. Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr förderte gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Potenzial- und Machbarkeitsstudie und unterstützt die Projektträger beratend bei der Umsetzung.

Spürbare Entlastung des Straßennetzes

Bundesweit wird derzeit die Realisierung von Radschnellverbindungen geprüft, um den Radverkehr über deutliche Qualitätsverbesserungen zu fördern und damit einen Teil des Kfz-Verkehrs auf das Fahrrad zu verlagern. Ein wichtiges Ziel ist die spürbare Entlastung des Straßennetzes.

Auch in der Metropolregion Mitteldeutschland gab es mit der Metro-Radroute Halle – Leipzig bereits in der Vergangenheit die Bestrebung, eine direkte, zügig befahrbare Route für den Alltagsradverkehr zwischen den beiden Städten einzurichten. Umgesetzt wurde sie aber nicht.

Vor dem Hintergrund des steigenden öffentlichen und politischen Interesses an Radschnellverbindungen wurde die Realisierbarkeit einer derartigen Verbindung zwischen 2017 und 2020 erneut geprüft. Ziel der Studie war es, zwischen Halle und Leipzig mögliche Trassen zu definieren und auf die Umsetzbarkeit der erhöhten Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen zu untersuchen.

Ergebnisse der Potenzial- und Machbarkeitsstudie

Im Rahmen der durch die Städte Leipzig und Halle (Saale) beauftragten und durch den Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt geförderten Studie wurden insgesamt 16 Trassenvarianten für den Radschnellweg in einem rund acht Kilometer breiten Korridor zwischen den Hauptbahnhöfen Leipzig und Halle (Saale) untersucht.

Im Ergebnis wurden drei Streckenverläufe ermittelt, bei denen die zu erwartende Mindestauslastung von 2.000 Radfahrenden pro Werktag in weiten Teilen vorliegt und die baulichen Anforderungen an Radschnellwege umsetzbar sind. Zu den Qualitätsstandards gemäß des Arbeitspapiers „Einsatz und Gestaltung von Radschnellverbindungen“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) gehören unter anderem eine möglichst direkte, kreuzungsfreie und vom Auto- sowie Fußgängerverkehr getrennte Linienführung sowie eine ausreichende Breite und hohe Belagsqualität, die eine sichere Befahrbarkeit auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglichen.

Für die drei im Detail untersuchten Streckenverläufe ermittelten die beauftragten Planungsbüros auch die voraussichtlichen Gesamtkosten der rund 36 Kilometer langen Verbindung. Diese belaufen sich je nach Streckenführung auf 35 bis 46 Millionen Euro.

Das länderübergreifende Vorhaben wird durch eine Steuerungsgruppe unter Federführung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland koordiniert. Zu den Mitgliedern des Gremiums gehören Vertreter der Städte Leipzig, Halle (Saale), Schkeuditz und der Gemeinde Kabelsketal, der Landkreise Nordsachsen und Saalekreis, des Planungsverbandes Westsachsen und der Regionalen Planungsgemeinschaft Halle, des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) sowie des ADFC Sachsen-Anhalt und des ADFC Leipzig. Die Projektpartner bekennen sich in einem „letter of intent“ zu einer gemeinsamen, schnellstmöglichen Planung und Realisierung des Radschnellwegs Halle - Leipzig.