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Landesradverkehrsnetz Sachsen-Anhalt – LRVN 2020

Ein zentrales Projekt des Ministeriums ist derzeit die Planung eines neuen alltagstauglichen Landesradverkehrsnetzes. Ziel ist zunächst die Konzeption und danach die Umsetzung eines lückenlosen und komfortabel zu befahrenden Wegenetzes für den Alltags- und Freizeitradverkehr – das Landesradverkehrsnetz oder kurz: LRVN 2020.

Ziel des Projektes

In den vergangenen Jahren hat sich der Fahrradtourismus in Sachsen-Anhalt zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Doch Radverkehr ist viel mehr. Er wird immer wichtiger für die Alltagsmobilität der Menschen in unserem Land. Als Teil eines modernen und zukunftsfähigen Verkehrssystems leistet das Fahrrad einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Zugleich trägt es besonders in den ländlich geprägten Regionen zur Daseinsvorsorge bei. Ziel ist es deshalb, die Mobilitätsangebote des ÖPNV und den Radverkehr weiterzuentwickeln, beides noch besser miteinander zu verknüpfen und damit zukunftsfähig zu machen. 

Dafür will das Land ein lückenloses, gut befahrbares und sicheres Radverkehrsnetz schaffen. Doch Radverkehr beginnt vor Ort. Im Alltagsradverkehr geht es nicht um weite Strecken. Vielmehr geht es um kurze Wege zwischen den Orten - zur Arbeit, zur Schule und zum Einkaufen. Der größte Teil der Infrastruktur liegt in kommunaler Hand. Deshalb kann nur eine gemeinsame Planung und Umsetzung mit den Kommunen das anspruchsvolle Projekt „Landesradverkehrsnetz“ zum Erfolg führen. Dieser Ansatz, bereits das Netzkonzept baulastträgerübergreifend zu planen, ist neu und die Ortskenntnisse der kommunalen Akteure sind hierbei von unschätzbarem Wert.

Grußwort des Ministers und Kurzvorstellung des Projektes

Grundlagen der Netzplanung

Die Planung des Landesradverkehrsnetzes startete im Dezember 2019 mit einem Informationsschreiben und Beteiligungsaufruf an alle Kommunen in Sachsen-Anhalt. Zahlreiche Radverkehrskonzepte und Informationen zu geplanten Projekten wurden daraufhin von den Kommunen als Input für die Netzplanung zugearbeitet. 

Zur Begleitung des Projektes wurde eine Planungsgruppe eingerichtet, in der neben den fachlich zuständigen Landesministerien und der Landesstraßenbaubehörde auch die kommunalen Baulastträger, vertreten durch die Landkreise und die drei kreisfreien Städte, mitarbeiten.  In dieser Planungsgruppe wurden zunächst die Grundlagen der Netzplanung diskutiert: Nach welcher Systematik wird geplant? Welche Qualitätsstandards sollte eine alltagstaugliche Infrastruktur aufweisen? Wie kleinteilig soll das Landesradverkehrsnetz geplant werden? In welcher Planungstiefe beginnt künftig die Zuständigkeit der Kommunen, das Landesradverkehrsnetz mit eigenen Konzepten zu verdichten.

Auf der Grundlage dieser Vorgaben wurde zunächst ein Wunschlinienkonzept entwickelt und abgestimmt und im zweiten Schritt der erste Entwurf des Zielnetzes erarbeitet.

Methodik der Netzplanung

Beteiligung der Kommunen

Der Entwurf des Zielnetzes und eine erste Vorbewertung der Streckenabschnitte anhand der Qualitätskriterien erfolgten auf der Grundlage von Kartendaten, Luftbildern, der Zustandsbewertung der Radwege an Landesstraßen aus dem Jahr 2017 und den zugelieferten Netzkonzepten und Planungsunterlagen der Kommunen.

Um den Entwurf des LRVN 2020 und die Bewertung der einzelnen, aber vor allem der kommunalen Streckenabschnitte qualitativ durch lokales Wissen weiter zu verbessern, wurden im Rahmen einer sechswöchigen Online-Beteiligung alle Kommunen gebeten, den Entwurf im Detail für den jeweiligen Zuständigkeitsbereich zu prüfen und sich mit Hinweisen und Anregungen in die Netzplanung einzubringen. Auch der Städte- und Gemeindebund hat wesentlich dazu beigetragen, das Beteiligungsverfahren bekannt zu machen.

Über 160 Kommunen haben die Netzplanung mit mehr als 1500 Hinweisen und Anregungen unterstützt. Das zeigt, welche Bedeutung das Thema Radverkehr auf allen Ebenen im Land inzwischen einnimmt. Darüber hinaus haben sich die benachbarten Bundesländer, die Regionalen Planungsgemeinschaften, der ADFC, der ADAC und weitere Akteure mit Stellungnahmen beteiligt.

Qualitätsstandards für die Netzplanung

Finalisierung des Netzkonzeptes

Auch nach der Einarbeitung der Hinweise aus der Online-Beteiligung werden Teile des Netzkonzeptes noch zur Diskussion stehen, weil beispielsweise weitere Routenführungen in den Blickpunkt geraten oder grundlegende Informationen wie die Verkehrsbelastung von Straßen bei der Netzplanung noch nicht vorlagen.

Nichts desto trotz, entsteht mit dem LRVN 2020 erstmals eine übergeordnete, baulastträgerübergreifende Planungsgrundlage für die Umsetzung eines landesweiten alltagstauglichen Radverkehrsnetzes. Die Verdichtung des Landesradverkehrsnetzes und die Feinerschließung der Kommunen sollen im Rahmen von kommunalen Netzplanungen erfolgen.

Die Netzkonzeption soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein, aber die Arbeit ist dann noch längst nicht beendet. Gemeinsam mit der Planungsgruppe sollen Kriterien zur Priorisierung der Maßnahmen und eine Umsetzungsstrategie entwickelt werden. Weiterhin wird nach Möglichkeiten gesucht, die Planung und Umsetzung des Landesradverkehrsnetzes zu erleichtern und zu beschleunigen. Parallel dazu laufen bereits jetzt die Vorbereitungen, um Fördermittel für den Bau kommunaler Radverkehrsanlagen bereitstellen zu können.

LRVN-Viewer

Den jeweils aktuellen Planungsstand des Landesradverkehrsnetzes und viele weitere Informationen können Sie im LRVN-Viewer einsehen:

Link zum LRVN-Viewer

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