Städtebauförderung

Rund 97 Millionen Euro für städtebauliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt

Wohnhaus im Rohbau
Städtebau: Mit Förderung dem demografischen Wandel begegnen

Für die Förderung der städtebaulichen Entwicklung in Sachsen-Anhalts Kommunen stehen in diesem Jahr insgesamt rund 96,8 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Nach Auskunft von Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel steuern Bund und Land davon jeweils die Hälfte bei.

„Mit dieser Förderung schaffen wir eine wichtige Voraussetzung dafür, dem demografischen Wandel offensiv Rechnung zu tragen“, sagte der Minister. Es sei zwingend notwendig, die Städte und Gemeinden an die Bevölkerungsentwicklung und die sich verändernde Altersstruktur anzupassen. Darüber hinaus strahle die Städtebauförderung positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt aus, fügte er hinzu. „Viele Aufträge werden an einheimische Unternehmen vergeben, damit Arbeitsplätze in der Region gesichert und neue geschaffen“, hob Webel hervor. Jeder Fördereuro ziehe ein Vielfaches an Investitionen nach sich.

Nach Webels Worten können die Programme „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, „Stadtumbau“ und „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie „Kleinere Städte und Gemeinden“ damit auf hohem Niveau fortgeführt werden. Neu dazu gekommen sei in diesem Jahr erstmals das Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“, betonte der Minister.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Mit dem neuen Investitionspakt stellen wir bundesweit jährlich 200 Millionen Euro für die Sanierung von Schulen, Kitas und Stadtteilzentren bereit. Damit werden das Miteinander und die Integration gefördert, die soziale Stadtentwicklung gestärkt und es werden Räume geschaffen, wo sich Menschen kennenlernen, miteinander sprechen und Freundschaften schließen. Die 800 Millionen Euro Bundesmittel, die bis 2020 zur Verfügung stehen, sind eine Investition in die Zukunft, in Bildungseinrichtungen, in Jobs und natürlich vor allem in die Städte, Kommunen und Nachbarschaften.“

Zur Begleitung der Investitionen wird es in den Vierteln Integrationsmanager geben, die vor Ort Ansprechpartner sind für Vereine und Initiativen, aber auch für Neubürger und Einheimische. Das „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ ergänzt für die Jahre 2017-2020 die Städtebauförderung. Deutschlandweit unterstützt der Bund somit die Länder und Kommunen im laufenden Jahr mit Bundesfinanzhilfen zum Städtebau auf Rekordniveau von 990 Millionen Euro.

Die von Bund und Land bereitgestellten Mittel fließen in Sachsen-Anhalt in folgende Beispielprojekte:

Stadtumbau-Ost

  • Dessau-Roßlau: Energetische Sanierung der Wissenschaftlichen Bibliothek in der Zerbster Straße
  • Halberstadt: Sicherung der ehemaligen Städtischen Badeanstalt für das „Haus der Diakonie“ in der Bödcherstraße
  • Landeshauptstadt Magdeburg: Freiflächengestaltung nördlich sowie östlich, südlich und westlich vom „Blauen Bock“
  • Salzwedel: Sicherung und Sanierung Rathaus
  • Lutherstadt Wittenberg: Konversion und Gestaltung der nördlichen Wallanlagen der Stadt (Polizeiareal)
  • Zeitz: Modernisierung und Instandsetzung sowie energetische Sanierung des ehemaligen ZeKiWa-Werkes, Umnutzung als Stadtarchiv

Fördersumme: rund 47,2 Millionen Euro

Städtebaulicher Denkmalschutz, Sicherung und Erhaltung historischer Stadtkerne

  • Osterwieck: Sanierung ehemaliger „Gasthaus zur Tanne“,Rosmarienstraße 7-10, als Nutzung für Wohnen und Gewerbe
  • Zeitz: Sanierung des ehemaligen Franziskanerklosters zur Nutzung als Grundschule

Fördersumme: rund 24 Millionen Euro

Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt

  • Bernburg-Innenstadt: Sanierung und Neugestaltung Stadtpark „Alte Bibel“- 2. Bauabschnitt
  • Dessau-Roßlau: Aufwertung Verbindung Achse zwischen Wallpromenade und Marktstraße
  • Halle-Neustadt (Halle): Ersatzneubau Quartiersspielplatz im Südpark
  • Magdeburg-Südost: Sanierung Sportkomplex FSV 1895, 2. Bauabschnitt
  • Stendal-Stadtsee: Außenanlagen Kita „Johannitersternchen“ und „Märchenland“ sowie Aufwertung Freibereich-Sportanale Grundschule „Am Stadtsee“

Fördersumme: rund 6,3 Millionen Euro

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren

  • Dessau-Roßlau: Umgestaltung Kavalierstraße, Stadtpark-Bauhausmuseum- Stellplatzanlagen
  • Leuna: Umbau und Modernisierung mehrerer Bürger- und Geschäftshäuser
  • Naumburg: Neuerrichtung Freifläche und Spielplatz Salztorschule und „Roßgarten“
  • Bitterfeld-Wolfen: Umgestaltung Bahnhofsvorplatz in Wolfen

Fördersumme: rund 7,7 Millionen Euro

Kleinere Städte und Gemeinden – Netzwerke und überregionale Zusammenarbeit

  • Gemeinde Bad Dürrenberg: Umgestaltung Kurpark mit Minigolf und Irrgarten
  • Gemeinde Gommern: Anbau Multifunktionsgebäude an Grundschule
  • Gemeinde Nebra: Fortsetzung Umbau und Sanierung Breite Str. 34/36 an die Erfordernisse der Daseinsvorsorge Bauhof, Bibliothek, Stadtinformation etc.
  • Gemeinde Sandau: Sanierung Rathaus Sandau

Fördersumme: rund 4,6 Millionen Euro

Investitionspakt Soziale Integration im Quartier

  • Dessau-Roßlau: Umbau und Sanierung der sozialen Begegnungsstätte Törtener Straße
  • Halle-Neustadt: Sanierung, Umbau und Erweiterung der Bildungs- und Begegnungsstätte „Pusteblume“
  • Jessen/OT Schweinitz: Bildungszentrum Schweinitz, 1. Bauabschnitt bauliche Instandsetzung Sporthalle
  • Köthen: Erweiterung und Sanierung der Sprach-Kita „Löwenzahn“

Fördersumme: rund 6,9 Millionen Euro