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Weg frei für Bau der A 143 bei Halle

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sieht keine Hindernisse für den Weiterbau der Autobahn 143 bei Halle Saale).

Für Sachsen-​Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig zur A 143 „Westumfahrung Halle“ einer der größten Meilensteine bei der Komplettierung der Verkehrsinfrastruktur in Sachsen-​Anhalts. „Das ist ein guter, ein sehr bedeutender Tag für die Region rund um die Saalestadt, aber auch für das ganze Land“, erklärte Webel am 12. Juni 2019 in Magdeburg.

„Die Entscheidung der Richter ist Bestätigung und zugleich Lohn für die akribische Arbeit der Planer und der Planfeststellungsbehörde“, dankte der Minister den Fachleuten. Sie hätten alle Interessen und Belange intensiv abgewogen. Vom Ergebnis profitierten die Bürgerinnen und Bürger der Region, die dringend auf die neue Autobahnverbindung warteten. „Das Urteil ist aber vor allem auch ein wichtiges Signal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung im mitteldeutschen Raum, der künftig noch besser an das überregionale Straßennetz angebunden sein wird“, fügte Webel hinzu. Noch in diesem Herbst könne mit dem Bau der wichtigen Trasse begonnen werden, sagte der Minister. Dann rolle im Jahr 2025 der Verkehr auf der neuen Autobahn westlich von Halle.

Bauvorbereitende Maßnahmen

Auf dem durch den Bau der A 143 betroffenen Grundstück der Kaolin-​ und Tonwerke Salzmünde GmbH (Klägerin gegen den Planergänzungsbeschluss vom 20.03.2018) werden seit Januar 2019 die Pfahlprobebelastungen umgesetzt. Im Anschluss an die Baumfäll-​ und Rodungsarbeiten wurden die beiden Großbohrpfähle (Durchmesser 1,5 Meter) bis Mitte April hergestellt. Nach vierwöchiger Aushärtung stehen derzeit die Probebelastungen der Pfähle auf dem Programm. Damit werden die für die weiterführenden Planungen der Saalebrücke Salzmünde erforderlichen statischen Werte ermittelt. Die Ergebnisauswertung erfolgt dann bis Mitte Juni. Anfang Juni hat der Rückbau der oberirdischen Pfahlanlagen begonnen.

Im Zuge der sogenannten CEF-​Maßnahmen wurde die Entbuschung der Ersatzhabitate der Zauneidechsen Ende Februar abgeschlossen. Die weitere Umgestaltung und bauliche Herrichtung der neuen Zauneidechsenhabitate wird seit April 2019 umgesetzt. Mittlerweile sind auch die Fangzaunanlagen im Trassenbereich der A 143 aufgebaut und erste Zauneidechsen wurden aus dem Baubereich umgesiedelt. In diesem Zusammenhang erfolgt aktuell auch die Umwandlung von Ackerflächen in geeignete Zauneidechsenlebensräume. Eine Kampfmittelsuche wird in allen Bereichen südlich der Saale vorab durchgeführt.

Anfang November 2018 begannen die archäologischen Baufelduntersuchungen. Bis Ende März 2019 wurden ca. 50 Prozent der zu untersuchenden Flächen begutachtet. Die weiteren Untersuchungen des ersten Dokumentationsabschnittes und auch die Arbeiten zum zweiten Dokumentationsabschnitt, dieser wird in einigen Bereichen nach auffinden archäologisch wertvoller Relikte erforderlich, müssen seit dem 1. April jedoch ausgesetzt werden, da Artenschutzauflagen des Planfeststellungsbeschlusses dies vorgeben.

Weiterer Ablauf

In gleichem Maße wurden die planerischen Umsetzungen vorangebracht. Sowohl die Entwürfe der Ingenieurbauwerke als auch die Verkehrsanlagenplanung sind bereits in Bearbeitung. Der aktuelle Bearbeitungsstand ermöglicht, unter Berücksichtigung der Artenschutzauflagen einen Baubeginn an der Anbindung der Anschlussstelle Salzmünde an die Landesstraße 173 noch in diesem Jahr.

Ein erstes größeres Ingenieurbauwerk geht dann ab Sommer 2020 mit der Talbrücke „Benkendorfer Bach“ in Bau. Hier ist im Vorfeld noch eine Mineralölpipeline zu verlegen, was jedoch, auf Grund der Verfügbarkeit dieser zentralen Mineralölleitung, nur im turnusmäßigen Wartungszeitraum, Sommer 2020, erfolgen kann.

In Vorbereitung zum Neubau der Saalequerung bei Salzmünde wird die Baugrube des Lärmschutztunnels im zweiten Halbjahr 2020 aufgefahren. Im Jahr darauf werden dann die Verkehrsanlagen südlich sowie nördlich der Saale in Bau gehen. Die Fertigstellung des Lückenschlusses der A 143 ist für Ende 2025 vorgesehen.

Projektinformationen

Durch die Verknüpfung mit der A 9 und der A 14 sorgen die A 38 und die A 143 dafür, dass die Region Halle/Merseburg/Leipzig ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend an das Fernstraßennetz angebunden wird. Dies gilt gleichermaßen für den Verkehr aus der Harzregion.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 13 „A 38 Göttingen – Halle“ umfasst mit der A 143 eine gesamte Länge von rund 208 Kilometern. Eine dichte Aufeinanderfolge von Anschlussstellen gewährleistet die gute Anbindung auch kleinerer Städte und Ortschaften im Einzugsbereich. Der noch zu bauende, rund 12,7 Kilometer lange Abschnitt der A 143 schließt die Lücke zwischen Halle-​Nord (A 14) und der Anschlussstelle Halle-​Neustadt (B 80) bzw. der sogenannten Südharzautobahn A 38 westlich von Halle. Die Kosten dafür betragen voraussichtlich rund 350 Millionen Euro.

Der Aufwuchs – die letzte Kostenermittlung aus dem Jahr 2009 ergab knapp 240 Millionen Euro – resultiert im Wesentlichen aus zusätzlichen Maßnahmen zur besseren Eingliederung der Autobahn in den betroffenen Natur-​ und Siedlungsraum (insbesondere der Tunnelverlängerung) und den erforderlichen Anpassungen an die Baupreisentwicklung sowie das aktuell technische Regelwerk. Allein der Baupreisindex für die Bundesfernstraßen ist von 2009 bis 2017 um 17,5 Prozent angestiegen. Für das erste Quartal 2018 beträgt er bereits 5,3 Prozent. Dabei sind für Bauwerke sehr hohe Kostensteigerungen zu verzeichnen.